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400 Jahre Heuerlingswesen

Vortrag von Bernd Robben für den Heimatverein Hagen

„Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“ lautete der wohl am häufigsten formulierte Satz vom Referenten, Bernd Robben, als auch von den zahlreichen Teilnehmern dieses Vortragsabends des Heimatvereines im Ehemaligen Pfarrhaus in Hagen.

Bitterste Armut, härteste Arbeit, Hungersnöte, Krankheiten, einfachste karge Häuser und immer die Abhängigkeit vom Bauern als Besitzer von Land und Heuerhaus sind kennzeichnend für das oft nicht lange Leben derjenigen, die nach dem Teilungsverbot der Höfe nach dem 30-jährigen Krieg irgendwo überleben mussten.

Egal, ob Jüngsten – oder Ältestenerbrecht, laut Robben mussten diejenigen Nachkommen, die nicht auf dem elterlichen Hof verbleiben konnten, andere Unterkünfte suchen. Infrage kamen zunächst die Scheune, das Backhaus oder das nahegelegene Kloster, oder eben das selbst in einfachster Bauweise errichtete Heuerhaus. Da die Bevölkerung nach dem 30-jährigen Krieg deutlich zunahm, erwischte Viele dieses Los. Heuerlinge mussten in den Arbeitsspitzen für den Bauern arbeiten, die Felder bestellen und nur während der verbleibenden Zeit konnten die eigenen vom Bauern verpachteten kleinen Flächen selbst bewirtschaftet werden.

Während im 18. Jahrhundert ein karges Auskommen noch durch Leinenproduktion und Kartoffelanbau gesichert war, führte die im 19. Jahrhundert importierte Baumwolle, die infolge Markenteilung ausbleibende Nutzung der Mark und die 1845 erstmals aufgetretene Kartoffelfäule zu bitterster Armut mit den Folgen der Auswanderung, der durch die Industrialisierung beschleunigten Landflucht in die Städte und der Besiedlung bislang menschenfeindlicher Gebiete, wie Moore und Heideflächen.

Ein Überleben in dieser Zeit ermöglichte auch der sogenannte Hollandgang, ein saisonaler Nebenerwerb in den benachbarten damals reichen Niederlanden durch Hilfsarbeiten in der dortigen Landwirtschaft, dem Fischfang oder der Walindustrie.

Mit der Industrialisierung, dem allgemeinen Wahlrecht nach dem 1. Weltkrieg und der Bildung von Heuerlingsverbänden verbesserten sich die Lebensumstände deutlich. Nach dem 2. Weltkrieg erschlossen Siedler bislang unbesiedelte Gebiete und bauten auch mithilfe des Kunstdüngers Getreide an. Eine solche Siedlerstelle im Emsland umfasste durchschnittlich 10 bis 15 ha. Später folgten viele Siedler dem Ruf der expandierenden neuen Industrie – und Handwerksbetriebe, sodass man heute einen etwa 400-jährigen Zeitraum des Heuerlingswesens beschreiben darf.

Zeugnisse dieser Epoche sind auch in Hagen noch vorhandene „Heuerhäuser“. Bernd Robben, der selbst eines dieser Heuerhäuser in Emsbüren bewohnt verdeutlichte aber, dass die heute restaurierten und häufig auch umgebauten ehemaligen Heuerhäuser nicht die Einfachheit und Armut der damaligen Zeit erahnen lassen.

 

Info 1/2017 des HVH ist erschienen

 

Liebe Mitglieder und Freunde des Heimatvereins Hagen a.T.W.

Das Jahr 2016 war wieder ein schönes und
erfolgreiches Jahr für unseren Heimatverein.
Die Veranstaltungen unseres umfangreichen
Jahresprogramms fanden reges Interesse
und waren gut besucht. So ist es an der
Schwelle des neuen Jahres angebracht, ....
 

Vortrag von Frank Witte über den Plaggenesch

Für den Heimatverein hielt Frank Witte einen interessanten Vortrag über die Geschichte und Bedeutung des Plaggenesches und seine noch heute hinterlassenen Merkmale in der Landschaft.

Noch heute sind Plaggenesche Zeugnisse alter Bewirtschaftungsformen unserer Landschaft. Diese mindestens 40 cm, aber meist auch dickere humose Bodenschicht entstand über Jahrhunderte durch wiederkehrende Bodenaufträge. Dabei wurden einige wenige dorf- oder hofnahe Fluren regelmäßig mit Gras- oder Heideplaggen gedüngt.  Diese vormals für die Landwirtschaft unbrauchbaren Böden waren dann für den Anbau nutzbar. Durch die starke Zunahme der Bevölkerung ab dem 12. Jahrhundert musste auf diese Art die Anbaufläche erheblich erweitert werden. Solche mit Plaggen aufgebrachten Flächen nennt man in der hiesigen Region Esch. Die Grass – oder Heideplaggen entnahm man von den weiter entfernten Flächen des Dorfes, die man im Osnabrücker Land Mark nannte. Mit Erfindung des Kunst – oder auch Mineraldüngers ging der Plaggenauftrag im 19. Jahrhundert stark zurück und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts endgültig eingestellt.

Frank Witte sprach während seines Vortrages im ehemaligen Pfarrhaus von heute noch in der Landschaft ablesbaren linsenförmigen Aufhöhungen der Geländeoberfläche, die auch in der Hagener Landschaft sichtbar sind. Der Plaggenesch ist ein Alleinstellungsmerkmal der nordwestdeutschen Landschaft. Die auch in Hagen noch anzufindenden Anhebungen auf Äckern sowie die Ackerkanten sind unverwechselbare Merkmale der heimatlichen Kulturlandschaft und verdienen Beachtung sowie Schutz. Der Eschboden wird durch die stark zunehmende Bebauung unwiederbringlich zerstört und kann durch jedwede Ausgleichsmaßnahme nicht rekonstruiert werden.

 

Bericht der NOZ

Heimatverein Hagen pflanzt zehn Kirschbäume

Auf Einladung von Tobias Gretzmann (rechts) pflanzten die Aktiven des Heimatvereins zehn Kirschbäume alter Sorten vor malerischer Kulisse.

Foto: Petra Ropers

Für den Erhalt der alten Kulturlandschaft trotzten die Aktiven des Heimatvereins Hagen am Samstag dem kühlen Grau des Herbstes: Auf dem Hof Gretzmann in Sudenfeld griffen sie bei der diesjährigen Pflanzaktion zu Schaufel und Spaten.

Obstbäume blühten an sanften Hängen. Gartenrotschwanz und Steinkauz brüteten in ihren dichten Kronen und hohlen Astlöchern. Und die leuchtenden Früchte verführten nicht nur die Kinder dazu, sich die saftigen Leckereien direkt von der Hand in den Mund schmecken zu lassen: Über Jahrhunderte prägten Streuobstwiesen maßgeblich die Hagener Landschaft. Obstbäume gehörten zu jedem Hof und Kotten dazu - und das nachweislich bereits im 16. Jahrhundert.

 

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Vortrag von Rainer Rottmann über Hinrichtungen im 16. und 17. Jahrhundert

Am Freitag, dem 21. Oktober 2016 war das alte Pfarrhaus Hagen voll besetzt. Heimatforscher Rainer Rottmann bündelte seine Forschungsarbeiten zum Gerichtswesen, den Prozessverläufen, der Urteilsverkündung und der Vollstreckung in einen Vortrag, der die etwa 50 Zuhörer begeisterte und manchmal auch schaudern ließ. Die Neue Osnabrücker Zeitung hat über diesen Vortrag berichtet:
Hier gehts zum Bericht der NOZ

 

Einweihung des Erinnerungssteines für das Wirken der Thuiner Schwestern

Auf Initiative des Heimatvereines ist auf dem Martinusfriedhof ein Erinnerungsstein aufgestellt und am Sonntag, den 09. Oktober 2016 nach dem Gottesdienst durch Pfarrer Josef Ahrens eingeweiht worden. Mit dem Stein wollen der Verein und die beiden Kirchengemeinden St. Martinus und Maria Himmelfahrt an die selbstlose und vielfältige Arbeit der seit dem Jahr 1906 in Hagen wirkenden Schwestern der Thuiner Franziskanerinnen erinnern. Die Geschichte des St. Anna-Stfts ist eng mit der Arbeit der Schwestern verbunden. Die auf Wunsch des damaligen Pfarrers vom Orden entsandten ersten Schwestern mussten zunächst im Wirtshaus Stock Herberge beziehen bevor dann 1925 das Schwesternhaus an der Natruper Strasse bezogen werden konnte. Seither dienten die Schwestern mit ihrer Arbeit zunächst in der Alten - und Krankenpflege, später auch im Krankenhaus und danach im Altenheim sowie im Kindergarten und der Seelsorge den Menschen  in Hagen. Fertigung und Aufstellung des Steines finanzierten der Heimatverein und die beiden katholischen Kirchengemeinden.

 

 

 

Auf den Zweiten Blick

Architekturdetails von Gebäuden

Geht oder fährt man mit dem Auto durch unsere Gemeinde, orientiert man sich zunächst am Wege - und Straßenverlauf sowie den Gebäuden und Gebäudefluchten entlang der Strecke. Veränderungen fallen hier als erstes dem Betrachter auf. Weitere Details erschließen sich häufig erst auf den zweiten Blick. Treppen, Fenster, Haustüren oder Architekturdetails der Häuserfassaden werden wahrgenommen, wenn man nicht vorbei fährt oder geht, sondern innehält und diese Dinge bewusst betrachtet.

 

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Die Erhaltung unserer Kulturlandschaft zählt zu den vorrangigen Aufgaben unserer Zeit

In Hagen a.T.W. gibt es bekanntlich keine reinen Naturlandschaften mehr. Vielmehr haben die hier wohnenden Menschen unsere Landschaft über viele Jahrhunderte bearbeitet und entsprechende Spuren ihres Schaffens hinterlassen.

Die sichtbaren Relikte früherer Landnutzung werden als historische Kulturlandschafts-elemente bezeichnet. Sie sind als schützenswert anzusehen, weil sie bei heutiger Nutzung nicht mehr entstehen würden. Ein Verlust bedeutet daher einen Verlust unseres Kulturgutes. Die Erhaltung der Elemente hat Bedeutung für das Heimatgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger und trägt zur Identität unserer Gemeinde bei. Das sind Gründe dafür, dass sich der Heimatverein auf diesem Feld engagiert.

 

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Luftbildaufnahmen von Hagen a.T.W.

Unser Vorstandsmitglied Thomas Plogmann  hatte die Gelegenheit, vom Flughafen Atterheide in Osnabrück aus nach Hagen a.T.W. zu fliegen und dort an einem sonnigen Augusttag Fotos aus der Luft zu machen. Die einmotorige Sportmaschine wurde gesteuert von Martin Frauenheim. Die Aufnahmen verdeutlichen den permanenten Wandel unserer Ortsteile (siehe Kreisel bei Kemper in der Niedermark oder das Gebäude Klapper in der Obermark).

aufgenommen am 27.08.2014 (HVH-Fotogruppe - Thomas Plogmann)

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